Archiv für Dezember 2010

Advent – Advent – wers glaubt der pennt!!

Adventkalender Rathaus
UNSER WEIHNACHTSMARKT AUF DEM MARKTPLATZ IN HANAU IST ERÖFFNET, BIS ZUM 22.12. TÄGLICH BIS 21.00 UHR. DAS RATHAUS HAT – OHNE DIE DACHFENSTER – GENAU 24 FENSTER. AB 1. DEZEMBER WIRD VON JEDEN FENSTER EINE BLENDE ENTFERNT UND ES ERSCHEINT EIN MÄRCHENMOTIV. WOHL DER GRÖSSTE ADVENTSKALENDER IN HESSEN.
Quelle: http://www.dogspot.de

Ob die Adventszeit die schönste Zeit des Jahres ist, das überlassen wir mal allen selbst zu entscheiden. Das in Hanau das Rathaus als Adventskalender eingesetzt wird, und jeden Tag von den Stadtoberen eine neue Märchenfigur ausgesucht wurde, welche in einem Rathausfenster erscheint, ist eine wirklich knuffige Idee. Vielleicht helfen wir den Märchensammlern ein wenig und überlegen, welche Märchen ganz aktuell in Hanau zu finden sind. Uns fällt da der Stadtumbau in Hanau ein, dort müsste doch was zu finden sein…!
Märchen 1: Die Platanen am Freiheitsplatz haben eine Turbo Fäule. Unten im Artikel steht dann, laut Bieberle „Gefällt werden müssten die Bäume doch ohnehin“.
Märchen 2: Ein 85ig jähriger Mieter aus dem Westcarre der Französischen Allee schrieb (angebliche alleine) einen Leserbrief „Veränderungen nicht scheuen“, welcher darstellen soll, dass der Auszug ganz freiwillig war. Der Mieterrat der Französischen Allee hat dies ganz anderst wahrgenommen, was in deren Leserbrief vom 7.12.2010 erwähnt wird.
Märchen 3: OB Kaminsky wurde mit 75% wiedergewählt, oder waren es doch nur 25% – lies hier
Märchen 4: War „Rumpelstilzchen“ eine andere Bezeichung für „Stadtentwickler“ – hatte dieses die Aufgabe unangenehme Tatsachen so zu formulieren, dass sie vom Volk als freudige Nachricht aufgenommen wurden? lies hier. „Nur zum Glück das keiner weiß, dass ich Bieberlestilzchen heiß!“
Märchen 5: Im Zuge des Umsiedlungsvorhabens aus dem Westcarre der Französischen-Allee gab es am 9.12.2010 eine von der Baugesellschaft einberufene Mieterversammlung (genauer: Werbeveranstaltung!). Die Frankfurter Rundschau titelte nun dazu „Wenig Widerstand im Westcarre“. Dabei klingt im Unterton von „Wenig Widerstand“ irgendwie „aufgeben, akzeptieren, sich fügen oder gar zustimmen?“ mit. Aber welches Märchen soll diese Überschrift den transportieren? Etwa es könnte auch heißen: „Mehrheit kämpft gegen Windmühlen“, oder „Neue idealistische Widerstandsgruppen formieren sich im Westcarre, trotz permanenter jahrelanger Unsicherheiten um Wohnraum, trotz massiven Angstgefühlen, trotz anhaltender struktureller Gewalt (StadtMacht sagt „Ihr müsst hier raus“)“. Wie wäre es mit einem Titel der dem Kräfteproporz etwas gerechter wird. Etwa: „Geplanter Bevölkerungsaustauch wird den Auszutauschenden mit vermeintlich gemeinwohlorientierten gesamtstädtischen Entwicklungsargumenten eingetrichtert“, oder „Es wurde eine „Partnerschaftliche Lösung“ (Gottwald/Baugesellschaft) gefunden: Besserverdienende SOLLbevölkerung bekommt das Westcarre, die JETZTbevölkerung bekommt warme Worte (+Gratisglühwein). Hier ein Protokoll der Mieterversammlung.
(Anmerk: das Protokoll wurde am 17.01.2011 geändert. Bis dahin war fälschlicherweise der Hanauer Anzeiger genannt, ebenso das Quartiersmanagement der Sozialen Stadt Hanau, „Südlicht“. Beide Organe waren nicht auf der Versammlung. Beide treten in anderen Kontexten zur Französischen Allee für die Umgestaltung ein. )

Freiheitsplatz – vorhabenbezogener Bebauungsplan – Infoveranstaltungen

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan zum Freiheitsplatz ist veröffentlicht und die Einspruchsfrist läuft. Die KritikerInnen des Wettbewerblichen Dialoges bieten mehrere Infoveranstaltungen zum Bebauungsplan und zu den Einspruchsmöglichkeiten an.

Die 2. Infoveranstaltung der WeDi-Kritikerinnen ist am 13.12.2010, in den Räumen des Internationalen Bund
(IB) in Hanau, Markstr. 6
. Kommen Sie vorbei, denn nur informierte HanauerInnen können dem „Turbo-Speed Stadtumbau“ in Hanau entgegentreten und die tatsächlichen Vorhaben und Auswirkungen der Pläne begreifen.


Stellungnahme der KritikerInnen des Wettbewerblichen Dialoges.


Freiheitsplatz: Gegner des geplanten Einkaufszentrums laden zur Erörterung von Einsprüchen gegen die Bebauung ein

1. Kritik an eingeschränkter Einsicht in Bebauungsplanunterlagen

Zur Erörterung der noch bis Ende des Jahres im Technischen Rathaus am Hessen-Homburg-Platz zur Einsicht ausgelegten Unterlagen zum Bebauungsplan „Entwicklung Freiheitsplatz“ laden die „Kritiker/innen des Wettbewerblichen Dialogs“ für kommenden Montag, den 6. Dezember, um 20 Uhr in das DGB-Jugendheim am Freiheitsplatz ein. Vorgestellt werden das Verfahren der Bürgerbeteiligung nach dem Baugesetzbuch sowie Ansatzpunkte für Einwendungen, die sich aus den zahlreichen Gutachten insbesondere zu ökologischen und klimatischen Aspekten der geplanten Bebauung des Freiheitsplatzes ergeben.

In diesem Zusammenhang kritisieren die Gegner der Bebauung die sehr beschränkten Möglichkeiten für interessierte Hanauer Bürger, sich Einblick in die mehrere hundert Seiten umfassenden Unterlagen zu verschaffen. Zwar würden sie „formalrechtlich korrekt“ einen Monat lang während der Bürozeiten des Bauamts ausgelegt. Fraglich sei jedoch, wie insbesondere erwerbstätige Mitbürger in der Lage sein sollen, innerhalb dieses engen Rahmens ihr Einsichtsrecht tatsächlich wahrzunehmen. Hinzu komme, dass gerade die Vorweihnachtszeit wenig Spielraum für zusätzliche Aktivitäten biete. Wem es dennoch gelinge, zu den Bürozeiten im Bauamt zu erscheinen, sei mit einem dicken Stapel Papier konfrontiert, der vor Ort durchgeschaut werden müsse. Denn das Kopieren der Unterlagen sei Einsichtswilligen bisher verboten, lediglich das mühsame Abfotografieren sei möglich. Der Sinn dieser Regelung erschließe sich nicht, außer es sei bewusst als Behinderung gedacht.

Angesichts solcher Widrigkeiten fordern die Kritiker die vollständige Veröffentlichung der Dokumente im Internet sowie eine Verlängerung der Auslegungs- und Einwendungsfrist um einen Monat. Nur dann sei die so viel gepriesene Transparenz des Verfahrens annähernd gewährleistet.

2. Streit um die Platanen: Verdacht auf Manipulation

Aus der Lektüre des „Sachverständigengutachtens zur Baumwertermittlung“ des Baumgutachters Zorn vom 7. Juni 2010, das Teil der ausgelegten Unterlagen zum Bebauungsplanentwurf ist, ergeben sich nach Ansicht der Einkaufszentrums-Gegner einige Merkwürdigkeiten zum Umgang mit den Platanen. In dem Gutachten wird bereits der Massaria-Befall zweier Freiheitsplatz-Platanen aufgeführt. Statt den Befall zu dramatisieren, werden ganz nüchtern die zu ergreifenden Maßnahmen aufgeführt: „Kronenpflege“, allerdings mit hoher Dringlichkeit, sowie andere Pflegemaßnahmen mit geringerer Dringlichkeit, die sich aus anderen Schäden wie z.B. „Fremdbewuchs“ mit Efeu ergaben. Auch der Riss im Stamm der Platane „Nr. 11″ wird bereits beschrieben und als Gegenmaßnahme „Kroneneinkürzung 20 %“. Kosten für sämtliche Maßnahmen an den Platanen: rund 2000 Euro.

Dass diese Bäume gefällt werden sollten, wie es das neue Gutachten des von der Stadt beauftragten Baumexperten Zorn laut Pressemeldungen vom 9. November behauptet, ergibt sich aus seinem ersten Gutachten keineswegs. Und bei der Platane, die jetzt angeblich noch diese Woche gefällt werden müsse, wurde eine Fällung lediglich „alternativ“ zu Baumpflege- und korrekturmaßnahmen erwähnt.

Nach Ansicht der Kritiker ergeben sich hieraus folgende Fragen:

1. Warum wurden die vom Gutachter bereits im Juni vorgeschlagenen dringlichen Maßnahmen wie die Beseitigung der Massaria-befallenen Platanenäste und die Kroneneinkürzungen nicht umgehend durchgeführt?

2. Warum haben die Verantwortlichen der Stadt Hanau öffentlich den Eindruck vermittelt, ihnen sei die Erkrankung der Platanen erst mit dem neuen Gutachten Anfang November bekannt geworden?

3. Wurde das zweite Gutachten – aufgrund des bereits vorhandenen Wissens um die leichte, aber nicht dramatische Erkrankung der Platanen – lediglich deshalb in Auftrag gegeben, um eine Verschlechterung der Baumgesundheit festzustellen und damit eine geeignete Vorlage für die Beseitigung der „störenden“ Bäume zu erhalten?